„Journalismus macht man aus Überzeugung“: Wertinger Realschüler bekommen Workshop zu Fake News

Volontäre der Donau Zeitung und der Neuburger Rundschau haben die Anton-Rauch-Realschule besucht und mit Zehntklässlern über Fehlinformation gesprochen.

Ein Putin-Heißluftballon über dem Brandenburger Tor, Latino-Rapper Bad Bunny, der eine USA-Flagge anzündet, oder ein Schnappschuss von Friedrich Merz mit Jeffrey Eppstein?! KI-generierte Bilder und Falschinformationen wie diese brachten Volontärin Julia Motschmann und Volontär Paul Pfaffel im März 2026 mit in die Wertinger Anton-Rauch-Realschule. Das Ziel: Fake News erkennen und verstehen.

Vortrag an der Realschule Wertingen: Wie lassen sich Fake News entlarven?

Wie das geht, erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10a bis d jeweils innerhalb von zwei Schulstunden. Zunächst gilt es grundsätzlich darauf zu achten: Fühlt sich ein Foto oder Video komisch an, ist es sinnvoll, es zu überprüfen? Etwa, indem man nach Medienberichte dazu sucht. Haben mehrere seriöse Quellen bereits etwas zu dem Thema veröffentlicht? Gibt es Bildmaterial aus verschiedenen Perspektiven? Passt das Ereignis zu den Reaktionen der Menschen auf dem Foto? Passen Zeit und Kontext zu dem Video? Das sind Auszüge der Fragen, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler am Dienstag und Donnerstag beschäftigt haben.

Fragen – die durften die Jugendlichen auch der Referentin und den Referenten stellen. Pfaffel, der im März bei der Neuburger Rundschau tätig ist, berichtete auf eine Meldung hin etwa, wie er für einen Artikel recherchiert, um möglichst viele Perspektiven abzubilden – eine der journalistischen Grundlagen, die zeigt, wo sich der Beruf des Redakteurs von dem des Influencers unterscheidet.

Während Letzterer in Beiträgen seine Meinung teilen und für Geld Produkte bewerben darf, versucht ein Journalist ausgewogen zu berichten – auch über Perspektiven, die sich von seiner eigenen unterscheiden. Dass auch etablierten Medien und ausgebildeten Redakteurinnen und Redakteuren Fehler passieren und sie kritisch hinterfragt werden dürfen, wurde ebenfalls besprochen.

Fake News, Influencer-Meinungen, Journalismus: Wo liegen die Unterschiede?

Was seriösen Journalismus noch kennzeichnet und ihn von Meinungen im Internet unterscheidet, erörterten die Wertinger Realschülerinnen gemeinsam mit Pfaffel und Motschmann. Und sie durften selbst kritisch nachfragen: Wie reagieren die beiden Redakteure in Ausbildung etwa auf Bestechungsangebote? Ablehnen, lautet der Konsens. Oder wie Pfaffel betont: „Journalismus macht man nicht wegen des Geldes, sondern aus Überzeugung.“ Die Integrität sollte höher stehen als die Aussicht auf eine Million Euro.